Stimmung im Handwerk trotz guter Auftragslage vielfach gedämpft

- Materialmangel und Lieferengengpässe führen zu zunehmenden Belastungen -

„Das niedersächsische Handwerk hat trotz pandemiebedingter Widrigkeiten in den letzten zwei Jahren viel Durchhaltevermögen bewiesen. Schon vor dem Ukraine-Konflikt haben die Lieferengpässe und der massive Anstieg von Energie- und Materialpreisen das Leben von Handwerksunternehmerinnen und -unternehmern erschwert“, betont Meike Lotze-Franke, Vorsitzende der niedersächsischen UnternehmerFrauen im Handwerk. „Der Ukraine-Krieg hat diese Entwicklungen für einige Betriebe nun nochmals verschärft.“
„Viele Materialien und Rohstoffe sind nur mit großen Verzögerungen und zu sehr hohen Preisen lieferbar. Beim Bauholz haben sich die Preise im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt, im Stahlbereich ist ein Preisanstieg von 70 Prozent zu verzeichnen. Diese Entwicklungen führen dazu, dass, obwohl die Auftragsbücher der Betriebe gut gefüllt sind, so mancher Betrieb gezwungen sein wird, bestehende Aufträge zu verschieben, zu stornieren oder in einigen Fällen sogar Kurzarbeit anzumelden,“ so Lotze-Franke. Dazu kommen für viele Betriebe die hohen Energiekosten. Gerade energieintensive Gewerke, wie Bäcker, Fleischer oder Tischler sind davon betroffen.
„Was die Betriebe jetzt brauchen“, so Lotze-Franke, „ist eine schnelle politische und gesetzgeberische Lösung, die den kleinbetrieblichen Sektor unterstützt. So muss beispielsweise die EEG-Umlage zum 1. Juli endlich, ohne jede Wiederbelebungsoption komplett abgeschafft und die Stromsteuer deutlich reduziert werden. Neben den pandemiebedingten Umsatzeinbrüchen müssen die Überbrückungshilfen auch Faktoren berücksichtigen, die vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise zu Umsatzrückgängen führen.
Bei außergewöhnlichen Schwierigkeiten sollte der Härtefallfonds für besonders betroffene Betriebe geöffnet werden. Schließlich sollten alle Maßnahmen zur Steigerung der betrieblichen Energieeffizienz-Potenziale mit gezielten Unterstützungsmaßnahmen forciert werden“, fordert die Vorsitzende.
Der Landesverband der UnternehmerFrauen im Handwerk Niedersachsen e.V. vertritt als Spitzenverband flächendeckend in 27 Arbeitskreisen vor Ort rund 1.060 organisierte UnternehmerFrauen, d.h. selbstständige Unternehmerinnen, Partnerinnen und Töchter auf
der Führungsebene in Handwerksunternehmen. Seit dem Gründungsjahr 1992 hat der Landesverband die Aufgabe, diesen Frauen eine gemeinsame Stimme zu geben. Der Verband verfolgt die Ziele, die Qualifizierung und den Erfahrungsaustausch von Frauen in der Unternehmensleitung von Handwerksbetrieben zu stärken und ihre Position in der Politik, der Wirtschaft und der allgemeinen Öffentlichkeit deutlich zu machen.
Hannover, den 22. März 2022

 

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