Starke Frauen im Handwerk – Sicher auftreten, erfolgreich handeln!

– 34. Landesverbandstagung der UnternehmerFrauen im Handwerk e.V. (UFH) in Cloppenburg –

„Ein starkes Unternehmertum im Handwerk braucht starke Frauen in Führungspositionen“, so Meike Lotze-Franke, Vorsitzende des niedersächsischen Spitzenverbandes UnternehmerFrauen im Handwerk anlässlich der 34. Landesverbandstagung am 19. Februar in Cloppenburg. „Der Frauenanteil an den Betriebsspitzen im Handwerk liegt durchschnittlich aktuell bei 25 Prozent, 16,7 Prozent der erfolgreichen Meisterprüfungen in Niedersachsen wurden 2024 von einer Frau absolviert. Das zeigt: Viele Top-ausgebildete Frauen haben sich ihren Platz in Führungspositionen im Handwerk erobert!“

Dass das Handwerk und vor allem die Führung von Handwerksbetrieben schon immer auch Frauensache war, macht Lotze-Frank mit einem Blick auf drei weibliche Handwerksikonen deutlich: Bertha Benz (1844–1929), Pionierin aus dem Automobilbau, Melitta Bentz (1873–1950), Entwicklerin des Einweg-Kaffeefilters und Margarete Steiff (1847–1909), Gründerin der international renommierten Spielwarenfabrik Steiff. „Die drei Frauen haben mit ihren Lebenswerken bewiesen, wie erfolgreich Mann bzw. Frau sein kann“, erklärt Lotze-Franke. „Das handwerkliche Unternehmertum hat schon immer von dem Erfindungs- und Innovationsgeist von mutigen Frauen gelebt!“

Gleichzeitig mahnt Lotze-Franke an: „Damit motivierte junge Menschen und insbesondere Frauen mit innovativen Ideen den Sprung in die Selbstständigkeit wagen, braucht es aber auch die richtigen politischen Rahmenbedingungen! Da sind vor allem die Regelungen zum Mutterschutz aus der Zeit gefallen!“ Sie erklärt: „Nach wie vor sind selbstständige Unternehmerinnen während und nach der Schwangerschaft nur unzureichend sozial abgesichert. Das kann bei einem längeren Ausfall vor und nach der Geburt eines Kindes für viele Unternehmerinnen zu einer Existenzbedrohung für sich selbst oder für ihren Betrieb führen. Die aktuellen Regelungen müssen deshalb dringend angepasst werden! Mutterschutz – für alle! – muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden und umgesetzt werden!

Neben dem Mutterschutz gebe es auch weitere Hemmnisse, die den Sprung in die Selbstständigkeit erschwerten. So weist Lotze-Franke auf die noch immer überbordende Bürokratie hin, die nach wie vor die Handwerksbetriebe belaste. Zudem seien insbesondere arbeitsintensive Wirtschaftsbereiche im Handwerk nach wie vor von den hohen Sozialabgaben belastet. „Die 40 Prozentgrenze der Sozialabgaben ist längst geknackt“, so Lotze-Franke. „Die Steuern- und Sozialabgaben der Betriebe müssen endlich reduziert werden!“ Um junge Menschen nachhaltig zum Sprung in die Selbstständigkeit zu ermutigen, müssten zudem die Rahmenbedingungen für Familie und Beruf verbessert werden.

Mehr zu politischen Grundsatzpositionen der niedersächsischen UnternehmerFrauen unter dem Titel „Stillstand ist Rückstand!“: https://www.ufh-bv.de/lv/ufh-niedersachsen/wir-ueber-uns/positionspapier

Cloppenburg, den 19. Februar 2026

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