Die diesjährige Landesverbandstagung der UnternehmerFrauen im Handwerk Niedersachsen steht unter dem Motto: „Handwerk ist hier auch Frauensache!“ Mit diesem Appell begrüßt Meike Lotze-Franke, Vorsitzende des Landesverbandes der UnternehmerFrauen im Handwerk Niedersachsen e.V., die Unternehmerfrauen aus 27 regionalen Arbeitskreisen zur Landesverbandstagung in Bad Bevensen. Die Spitzenvertreterin der landesweit organisierten Frauen des niedersächsischen Handwerks mit seinen über 84.500 Betrieben und über 534.000 Beschäftigten heißt die mehr als 80 Gäste sowie ganz besonders die Festrednerin und ehemalige Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann in Bad Bevensen am heutigen Tag herzlich willkommen.
„Das vergangene Jahr hatte es für uns alle in sich, persönlich und betrieblich. Die Energiekrise und die damit verbundenen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen führen zu einer großen Verunsicherung in der Bevölkerung, in unseren Betrieben, bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und nicht zuletzt bei unseren Kunden,“ resümiert Lotze-Franke. Die hohen Energiekosten werden Betriebe sowie Verbraucherinnen und Verbraucher weiterhin begleiten und auf der politischen Agenda oben bleiben. Neben der Energiekostenthematik, treibt auch die Fachkräftegewinnung das Handwerk weiter um. „Wenn nur nahezu jeder zweite Betrieb bis zum Beginn des letzten Ausbildungsjahres alle Ausbildungsplätze besetzen konnte, ist das dramatisch“, schildert die Vorsitzende die aktuelle Situation. „Es besteht ein immenser Handlungsbedarf nicht nur in Bezug auf eine grundsätzliche Bildungswende, sondern auch einer Überprüfung der Bildungsinhalte.“
Prominente Grußwortredner, wie der Bürgermeister der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf, Martin Feller, die Vizepräsidentin der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, Heidi Kluth sowie Kreishandwerksmeisterin der Kreishandwerkerschaft Lüneburger Heide, Claudia Schmidt unterstützen die Einschätzung und fordern die Stärkung der beruflichen Bildung. Eine praxisnahe und zeitgemäße Berufsorientierung, eine angemessene Ausstattung der Berufsschulen und der überbetrieblichen Bildungsstätten des Handwerks - als Garanten einer fundierten und breiten Ausbildung in einem Handwerksberuf - sind wesentliche Faktoren für die duale Ausbildung im Handwerk. Bürgermeister Feller macht zudem deutlich, dass das Handwerk als regionaler Wirtschaftsfaktor das Leben ebenso wie die politischen und gesellschaftlichen Aktivitäten vor Ort maßgeblich prägt.
In ihrem Festbeitrag hebt Kirsten Lühmann hervor, dass mehr Frauen fürs Handwerk begeistert werden können und müssen. Das bundesweite Projekt „Handwerk ist hier auch Frauensache“ ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, sich als Betrieb mit großen Chancen für Frauen zu zeigen. Sie stellt fest, dass Frauen seit Jahrhunderten im Handwerk tätig sind, in der Regel jedoch in den offiziellen Dokumenten und in der Geschichtsschreibung kaum vorkommen. „Um mehr junge Frauen zu einer Ausbildung in einem Handwerk zu motivieren, benötigen sie Vorbilder, die zeigen, welche Möglichkeiten weiblichen Fachkräften in handwerklichen Berufen offenstehen. Aus diesem Grund ist die Arbeit der UnternehmerFrauen so wichtig.“
Gabi Nikoleit, stellvertretende Vorsitzende des Spitzenverbandes der Frauen auf Landesebene, schließt den offiziellen Teil des Festaktes und fordert am Ende noch alle UnternehmerFrauen und Gäste auf, mehr Mädchen und Frauen dazu zu ermuntern ins Handwerk zu gehen: „Wir brauchen viele starke Mädchen und starke Frauen für ein starkes Handwerk!“
Bad Bevensen, den 24. Februar 2023
Wer wir sind – Verein bereits seit 1992 aktiv
Der Landesverband der UnternehmerFrauen im Handwerk Niedersachsen vertritt landesweit in 27 Arbeitskreisen vor Ort fast 940 organisierte Unternehmerfrauen, d.h. selbständige Unternehmerinnen, Partnerinnen und Töchter auf der Führungsebene in Handwerksunter-nehmen. Der Verband hat das Ziel, die Qualifizierung und den Erfahrungsaustausch von Frauen in der Unternehmensleitung von Handwerksbetrieben zu stärken und ihre Position in der Politik, der Wirtschaft und der allgemeinen Öffentlichkeit deutlich zu machen. Der Spitzenverband auf Landesebene besteht seit 1992.
Meike Lotze-Franke führt den Landesverband seit 2019 als 1. Vorsitzende. Ihr Engagement bei den UnternehmerFrauen begann mit Gründung des Arbeitskreises Hann. Münden vor 20 Jahren. Im Jahre 2008 wurde sie Vorsitzende ihres Arbeitskreises und 2013 übernahm sie die Position der 2. Landesvorsitzenden. Seither setzt Sie sich mit Herz und Verstand für die handwerkspolitischen Belange der UnternehmerFrauen in ihrer Region und auf Landesebene ein.


