UFH goes Island - Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH) auf Fachexkursion im Mai

In diesem Jahr reisten 104 Unternehmerfrauen im Handwerk ins drei Reisegruppen nach Island. Organisiert wurde die Reise von Beate Roll aus dem Landesverband Berlin UFH. Nach der letztjährigen Japan-Reise stand in diesem Jahr die Erkundung von Island auf dem Plan. Stark vertreten waren der UFH Arbeitskreis Fulda, der Landesverband Bayern und viele Unternehmerfrauen und Meisterinnen aus dem ganzen Bundesgebiet.

 

Der erste Programmpunkt war die Besichtigung der Schaffarm...

In diesem Jahr reisten 104 Unternehmerfrauen im Handwerk ins drei Reisegruppen nach Island. Organisiert wurde die Reise von Beate Roll aus dem Landesverband Berlin UFH. Nach der letztjährigen Japan-Reise stand in diesem Jahr die Erkundung von Island auf dem Plan. Stark vertreten waren der UFH Arbeitskreis Fulda, der Landesverband Bayern und viele Unternehmerfrauen und Meisterinnen aus dem ganzen Bundesgebiet.

Der erste Programmpunkt war die Besichtigung der Schaffarm Bjarteyjarsandur im Hvalfjord. Die Schafzucht ist einer der wichtigsten Produktionszweige im naturverbundenen Island. Wir bekamen eine Einführung in den Ablauf und die Produkte, die aus den Schafen gewonnen werden. Im Mai ist dort Hochbetrieb, weil die Lämmer auf die Welt kommen. So konnten wir kleine Tiere streicheln und uns das Gewusel im Stall bestaunen. Bei 1000 Mutterschafen kommt dort quasi ständig irgendwo ein Lämmchen zur Welt.

Auf dem Weg zur Schaffarm passierten wir die einzige noch operierende Walfangstation, auf der gerade nichts zu sehen war.

Bei der Firma HESPA in in der Nähe von Selfoss bekamen wir eine Einführung zum Thema Schafwolle-färben mit Naturprodukten, wie Farn, Moos oder Algen. Guðrún Bjarnadóttir färbt dort Wolle nach alter Tradition mit moderner Technologie, wie Strom und besseren Farbtöpfen.

Wir besichtigten einige Bauwerke, wie die verglaste Harpa Konzerthalle, das Perlan Museum und das Rathaus und die Hallgrimskirche  in Reykjavik. Vor dem Rathaus haben wir die Steinfigur „Bürokratie“ bewundert und uns auf Unternehmerebene über das Thema ausgetauscht.

Eines der größten Unternehmen vor Ort ist die „Blue Lagoon“, welche das berühmte Thermalbad betreibt und auch Kosmetikläden. Das Unternehmen vertreibt eigene Produktlinien aus isländischen Naturrohstoffen. Wir haben einen Kosmetikladen besucht. Dort erhielten wir einen Einblick in die Entstehung des Unternehmens, das Spektrum von Cremes und Masken, sowie die Wirkungsweise der natürlichen Mineralien.

Einen generellen Überblick über die isländische Wirtschaft bekamen wir beim Dachverband der isländischen Unternehmer (=Samtök atvinnulifsins). Zusammenfassend stellten wir fest, dass isländischen Unternehmen ähnliche Herausforderungen bewältigen, wie hier bei uns in Deutschland. So kämpfen auch sie mit dem Fachkräftemangel, dem komplizierten Steuersystem, der hohen Abgabenlast, einer alternden Gesellschaft, Immigration etc.

Der größten Industriezweige Islands sind die Fisch- und Aluminiumindustrie.

Energie wird auf der Insel durch Geothermie erzeugt. Heiße Quellen und Dämpfe werden in Strom umgewandelt oder direkt zu den Gehsteigen zu deren Abtauen geleitet. Aus unzähligen Erdlöchern steigen die 100 Grad heißen Dämpfe auf und so liegt es auf der Hand, dass es viele Geothermalbäder in Island gibt. Fast jedes Haus hat einen eigenen heißen Badetopf im Garten. Dagegen sind das Meer und die Seen ganzjährig nicht zum Baden geeignet. In der Regel wird deren Wassertemperatur im kurzen „Sommer“ nicht wärmer als 6 - 10 Grad.

Die Gruppen der Unternehmerfrauen haben viel von der atemberaubenden Landschaft gesehen, auch Wale konnten beobachten werden und in der Blauen Lagune baden gehen. Ganz Mutige waren sogar zwischen tektonischen Kontinentalplatten tauchen. Wir haben einen umfassenden Einblick in das Land, die zahlreichen Wasserfälle, die Gysiere und das wechselhafte Wetter von Sonnenschein, starkem Wind bis Graupelschauer und das Unternehmertum vor Ort bekommen. Ein bisschen hat der Wald gefehlt, denn Island hat nur 2% Waldfläche. Interessant war auch die Geschichte von den Wikingern bis heute. Spätestens beim Abendessen hatten wir Zeit, die lokalen Spezialitäten, z.B. das isländische Roggenbrot und das White Ale kennenzulernen. Ansonsten waren die Reise und der Austausch mit den UFH-Mitreisenden perfekt.

Bekanntlich ist nach der Reise vor der Reise, so dass es im Mai/Juni 2025 voraussichtlich heißen wird UFH goes Sizilien.

Text: Yvonne Simon & Beate Roll

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