Frauen im Handwerk sind Hausfrauen, die ihrem selbstständigen Mann beim Papierkram ein wenig zur Hand gehen. So sieht das Klischee aus. „Völlig falsch“, erklärt Katrin Mattern-Wilstermann (HSK Itzehoe) – und sie muss es wissen. Gemeinsam mit Sarah Voß (Gerd Sievers Elektrotechnik, Schenefeld) bildet sie die Doppelspitze des Arbeitskreises Steinburg der Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH). Zum weiteren Vorstand zählen Hilke Röh (Maler Röh, Grevenkop), Ute Schiemann (Baugeschäft Schiemann, Itzehoe) und Daniela Neubert (Frisch und Neubert, Itzehoe).
Der Ursprung für die Handwerkerfrauen, die sich im Kreis Steinburg 2002 gegründet haben, liegt tatsächlich bei den mitarbeitenden Ehefrauen. Doch inzwischen ist daraus ein starkes Netzwerk geworden, das gemeinsam Probleme angeht und sich den Rücken stärkt. Dass es sich dabei keineswegs um eine Klönschnackrunde handelt, zeigt auch ein Blick in den Veranstaltungskalender. Bei den monatlichen Treffen steht immer ein besonderes Thema im Fokus. „Dabei geht es um Sachen, die uns alle beschäftigen“, erklärt Voß. Einmal berichtet ein Experte über Neuerungen im Geldverkehr, ein anderes Mal geht es um Steuern, Betrugsmaschen oder Buchführung. Voß: „Es sind wirklich Themen, die uns weiterbringen.“ Beim Treffen im Februar geht es sogar um die Gesundheit. Referentin Bettina Kaack behandelt dann das Thema „Stress und Resilienz“.
Einfach mal zu einem der Treffen kommen
Mattern-Wilstermann stellt klar: „Ob wir Maler sind, Bauunternehmer oder Gas-, Wasser- und Sanitärinstallateure – die Probleme im Büro sind immer die gleichen. Und auch auf den Baustellen gibt es vieles, was die meisten von uns beschäftigt.“ Allerdings vermissen die Handwerkerfrauen den Nachwuchs. „Es ist alles digital geworden, aber das ersetzt nicht die persönlichen Treffen, den Austausch und die Kontakte, die dadurch entstehen“, sagt Sarah Voß. „Ich habe das Gefühl, das ist bei den jüngeren Handwerkerfrauen noch nicht so angekommen.“
Daher richten sie einen klaren Appell an alle, die sich angesprochen fühlen: „Entweder nehmt ihr mit uns Kontakt auf oder ihr kommt einfach mal zum Treffen“, lädt Daniela Neubert ein. Jeden zweiten Mittwoch im Monat treffen sich die Frauen um 19 Uhr in der Gaststätte Kreidehaus in Lägerdorf. Nur der Februar bildet eine Ausnahme. Ute Schiemann sagt: „Das ist wirklich kein Hühnerhaufen. Das sind wirklich tiefgehende, fachliche Runden in entspannter Atmosphäre in einem geschützten Raum.“ Und der reine Zusammenschluss von Handwerkerfrauen ist längst aufgeweicht worden. „Inzwischen sind wir quasi offen für alle selbstständigen Frauen – egal, ob sie in der Gastronomie, als Frisörin oder Schneiderin tätig sind oder Ferienwohnungen vermieten“, erklärt Katrin Mattern-Wilstermann.
Bei Fragen sind die Vorsitzenden zu erreichen: Sarah Voß sarah.voss@gse-schenefeld.de und Katrin Mattern-Wilstermann k.wilstermann@hsk- itzehoe.de
Quelle: Norddeutsche Rundschau


