Die Zahlen des aktuellen Berichts der Bundesagentur für Arbeit mahnen zum Handeln: Rund 11 % der gemeldeten Ausbildungsstellen im Handwerk blieben 2025 unbesetzt – gleichzeitig gelten rund 40.000 Jugendliche als unversorgt. Um diese Schere zu schließen, bedarf es einer grundlegenden Stärkung der Berufsorientierung. Jugendliche und Eltern müssen frühzeitig erfahren, welche individuellen und chancenreichen Bildungskarrieren das Handwerk bereithält – vom Gesellenbrief über den Meistertitel bis hin zum Betriebswirt.
Aktionen von Juni bis Oktober Im Rahmen des sechsten „Sommers der Berufsausbildung“ finden bundesweit zahlreiche Informationsveranstaltungen, Ausbildungsplatzbörsen und Speeddatings statt. Ziel ist es, Betriebe und junge Talente passgenau zusammenzubringen und Lust auf Praktika zu machen. Zum Auftakt am 1. Juni 2026 diskutierten ZDH-Präsident Dittrich und Bundesbildungsministerin Prien im Haus des deutschen Handwerks über die notwendigen politischen Weichenstellungen.
Forderungen für eine starke Praxis Aus Sicht des Handwerks und der UFH sind drei Kernpunkte entscheidend, um den Mittelstand langfristig mit Fachkräften zu sichern:
- Praxisnähe im BOP: Das Berufsorientierungsprogramm in überbetrieblichen Bildungsstätten muss wieder spürbar handwerksnäher gestaltet werden.
- Gymnasiale Oberstufe öffnen: Verbindliche Praktika an Gymnasien sind essenziell, um auch Jugendliche mit Hochschulreife über die Karrierewege der höheren Berufsbildung zu informieren.
- Rechtliche Gleichwertigkeit verankern: Die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung muss im DQR-Gesetz rechtlich bindend festgeschrieben werden.
Als „Stimme der Praxis“ werden die Unternehmerfrauen im Handwerk den Sommer nutzen, um in den Regionen Brücken zu bauen und jungen Menschen zu zeigen, dass Fleiß, Leidenschaft und Innovation an der Werkbank ihr Fundament haben.

