Samstag, der 16. Oktober 2010

Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH) sind Erfolgsfaktor für die Unternehmen

Saarbrücken. Familienbetriebe sind ein Modell mit Zukunft! So lautet das Fazit von fast zweihundert Unternehmerfrauen aus ganz Deutschland, die Bundesvorsitzende Heidi Kluth vom 15.-16.Oktober in Saarbrücken zum UFH-Bundeskongress 2010 willkommen heißen durfte.

In ihrer Begrüßungsrede betonte Heidi Kluth: " Wir sind wichtige Motoren im betrieblichen Geschehen und gleichzeitig in unseren Familien! Die moderne Unternehmerfrau im Handwerk ist qualifiziert, informiert und ein Erfolgsfaktor in der Betriebsführung des Handwerks. Sie erkennt, dass sie durch Fort- und Weiterbildung echte Karrierechancen und Führungsqualitäten entwickeln kann."

Joachim Kiefaber, Staatssekretär im saarländischen Ministerium für Wirtschaft und Wissenschaft, betonte in seinem Grußwort die hohe wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des handwerklichen Mittelstandes, dessen Verantwortungskultur und langfristige Orientierung ein Garant für den Erfolg der deutschen Wirtschaft insgesamt sei. Dem schloss sich auch Bernd Wegner, Landtagsabgeordneter und Vizepräsident der Handwerkskammer des Saarlandes, an. Er hob außerdem die langjährige konstruktive Zusammenarbeit der Handwerkskammer des Saarlandes mit dem Verband der Unternehmerfrauen hervor, durch die viele nachhaltige Projekte verwirklicht werden konnten.

Auch Dr. Claudia Schlembach zollte den Unternehmerfrauen in ihrem Impulsvortrag "Familienbetriebe - ein Modell mit Zukunft?" hohes Lob. Noch vor nicht allzu vielen Jahren seien die Frauen im Handwerk mit ihrem Image als "Seele des Betriebes" belegt gewesen. "Es ist das Verdienst Ihres Verbandes und jeder einzelnen Unternehmerfrau, dass Sie nun aus dieser Rolle herausgetreten sind und sich mit dem angemessenen Selbstbewusstsein in Ihren Betrieben und in der Öffentlichkeit positionieren", so Dr. Schlembach. In ihrem Impulsvortrag vertrat sie unter anderem die These, dass bei der Nachfolge weder steuerliche noch  rechtliche oder wirtschaftliche Aspekte über den Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens entscheiden, sondern ausschließlich die strategischen Positionen. Die Nachfolgeregelung sei kein punktueller Akt, sondern bedürfe einer Evolution. "Mit der Nachfolge können Sie sich nicht früh genug befassen", schärfte Dr. Schlembach den Unternehmerfrauen ein und appellierte: "Machen Sie den Fächer auf, den Sie Ihren Kindern bieten können, zeigen Sie Perspektiven auf und geben Sie konkrete Handlungsanweisungen!" Diese Vorgehensweise 'entdecke' erstaunlicherweise oft gerade das Potenzial von Mädchen.

Familienunternehmen sind Werte-Anker und Stabilisatoren der Gesellschaft. Dabei ist die partnerschaftliche Betriebsführung ein Erfolgsgarant, und die mitarbeitenden Unternehmerfrauen tragen ein hohes Maß an Mitverantwortung. Dies verdeutlicht auch eine Studie zur "Rolle und Bedeutung von (mitarbeitenden) Familienangehörigen in Handwerksbetrieben", die der Bundesverband UFH beim Deutschen  Handwerks-institut erarbeiten ließ. Sie kommt darüber hinaus zu dem Ergebnis, dass von den mitarbeitenden Partnern – fast ausschließlich Frauen – knapp 60 % hauptberuflich und 40 % nebenberuflich in den Unternehmen aktiv sind. Die komplette Studie mit allen Ergebnissen gibt es als Download auf www.bv-ufh.de. Nicht selten tragen diese Frauen sogar die Hauptverantwortung für den Fortbestand der Firma und das damit verbundene unternehmerische Risiko. Mit Helma Hartgen wurde im Rahmen des Festabends eine solche Frau mit dem Award "Unternehmerfrau des Jahres 2010" ausgezeichnet. Dieser Preis wird jährlich ausgelobt und gestiftet von Holzmann-Medien. Helma Hartgen hatte nach dem frühen Tod ihres Ehemannes dessen Metallbaubetrieb übernommen und mit großem Erfolg weitergeführt und ausgebaut - ein Parade-beispiel für die Tatkraft und das Potenzial von Unternehmerfrauen.